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Schlagschrauber-Akku

Wissen

Wie funktioniert ein Schlagschrauber? Schlagwerk, Hammer und Amboss einfach erklärt

Ein Schlagschrauber dreht die Schraube nicht nur, er schlägt sie in Drehrichtung: Sobald die Schraube Widerstand leistet, löst sich im Schlagwerk ein Hammer, läuft ein Stück zurück und schlägt auf den Amboss, der mit der Nuss oder dem Bit verbunden ist. Das passiert tausende Male pro Minute. So löst er festsitzende Muttern, ohne dass du stark gegenhalten musst.

von der Redaktion aktualisiert am 01. November 2026 5 Min. Lesezeit

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Die Antwort vorab

Im Schlagschrauber treibt der Motor einen Hammer an, der über eine Feder mit dem Amboss am Abtrieb verbunden ist. Dreht die Schraube leicht, drehen beide gemeinsam. Bei Widerstand rutscht der Hammer, wird über eine Kurvenbahn zurückgeschoben und schlägt mit Klauen in Drehrichtung auf den Amboss – laut Makita beim DTW300 bis zu 4.000 Schläge pro Minute. Diese Drehschläge lösen und ziehen Schrauben an.

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Ein Akku-Schlagschrauber ist ein akkubetriebenes Elektrowerkzeug, dessen Schlagwerk Schrauben und Muttern mit schnellen Drehschlägen löst und anzieht – mit 1/2-Zoll-Vierkant für Radmuttern und andere große Verschraubungen, mit 1/4-Zoll-Bitaufnahme als kompakter Drehschlagschrauber für lange Holzschrauben –; das vorgeschriebene Anzugsmoment einer Radmutter setzt er nicht, das gehört dem Drehmomentschlüssel.

Das Herzstück ist das Schlagwerk. Es macht aus einem gleichmäßig drehenden Motor eine Folge kurzer, harter Drehschläge. Wie das im Inneren abläuft, zeigt eine Offenlegungsschrift der Robert Bosch GmbH aus dem Jahr 1974 („Drehschlagwerkzeug“, DE2313402A1). Heutige Geräte unterscheiden sich im Detail, das Prinzip aus Hammer und Amboss ist dasselbe.

Die Bauteile des Schlagwerks

BauteilAufgabe
Motordreht das Gehäuse, in dem der Hammer geführt wird
HammerSchlagmasse mit Klauen, dreht mit und kann sich in Längsrichtung bewegen
Federdrückt den Hammer gegen den Amboss und überträgt Drehmoment
Kugel in Kurvenbahnschiebt den Hammer beim Verdrehen zurück und gibt ihn wieder frei
AmbossGegenstück mit Klauen, fest verbunden mit dem Abtrieb
Abtrieb1/2-Zoll-Vierkant für Schlagnüsse oder 1/4-Zoll-Sechskant für Bits

So entsteht der Drehschlag

1. Ohne Widerstand dreht alles gemeinsam. In der Bosch-Patentschrift versetzt der Motor das Führungsgehäuse und damit den Hammer in Drehung. Feder und Reibung halten den Hammer am Amboss, beide drehen zusammen. Ein lose sitzender Bolzen wird einfach eingedreht oder herausgedreht – geschlagen wird noch nicht.

2. Der Amboss wird gebremst. Sitzt die Mutter fest, hält sie den Amboss von außen an. Jetzt reicht die Reibung nicht mehr, der Hammer dreht sich gegenüber dem Amboss weiter.

3. Der Hammer wird zurückgeschoben und schlägt. Beim Verdrehen rollt eine Kugel in einer kurvenförmigen Bahn und schiebt den Hammer in Längsrichtung in seine Schlagstellung. Dann schlagen seine Klauen in Drehrichtung auf die Klauen des Ambosses. Danach gibt die Bahn den Hammer frei, und das Spiel beginnt von vorn.

4. Das wiederholt sich, bis die Schraube nachgibt. Laut Patentschrift läuft dieser Zyklus so lange, bis der Drehwiderstand am Amboss überwunden ist. Bei heutigen Akku-Geräten nennt der Hersteller dafür eine Schlagzahl: Makita gibt für den DTW300 bis zu 4.000 Schläge pro Minute an, Bosch für den GDS 18V-350 bis zu 3.400 bpm, Makita für den 1/4-Zoll-Drehschlagschrauber DTD153 bis zu 3.600 Schläge pro Minute.

Weil die Energie in kurzen Schlägen ankommt und nicht als gleichmäßiges Drehmoment, musst du beim Lösen festsitzender Muttern kaum gegenhalten. Genau das unterscheidet den Schlagschrauber vom Akku-Bohrschrauber – mehr dazu in Schlagschrauber oder Akkuschrauber.

Schlag in Drehrichtung, nicht in Bohrrichtung

Der Schlagschrauber schlägt tangential, also in Drehrichtung. Der Schlagbohrschrauber schlägt dagegen axial, in Bohrrichtung, damit der Bohrer in Mauerwerk vorankommt. Die Namen klingen ähnlich, die Mechanik ist eine andere: Schlagschrauber oder Schlagbohrschrauber erklärt den Unterschied.

Was die Zahlen im Datenblatt bedeuten

AngabeBedeutungBeispiel laut Hersteller
LeerlaufdrehzahlUmdrehungen pro Minute ohne BelastungDTW300: bis 3.200 min⁻¹ (höchste Stufe)
SchlagzahlSchläge des Hammers pro MinuteDTW300: bis 4.000 min⁻¹; GDS 18V-350: bis 3.400 bpm
Anzugsmoment je StufeMoment beim Anziehen laut HerstellerDTW300: 100 / 160 / 210 / 330 Nm
Lösemoment (Losbrechmoment)höchstes Moment beim LösenDTW300: 580 Nm; GDS 18V-350: 560 Nm
Stufenbegrenzen Drehzahl und SchlagzahlDTW300: 4 Stufen; GDS 18V-350: 3 Stufen

Zu jeder Stufe gehören eine eigene Drehzahl und Schlagzahl: Beim DTW300 nennt Makita für Stufe 1 bis zu 1.800, für Stufe 4 bis zu 4.000 Schläge pro Minute. Warum Anzugs- und Lösemoment zwei verschiedene Werte sind und welcher beim Reifenwechsel zählt, erklärt Anzugs- und Lösemoment. Alle Begriffe stehen auch im Glossar.

Warum ein Schlagschrauber kein Drehmomentschlüssel ist

Aus der Mechanik folgt eine Eigenschaft, die beim Radwechsel entscheidend ist: Das Moment, das ein Schlagschrauber aufbringt, hängt davon ab, wie lange er schlägt. Makita schreibt in der Anleitung des DTW300, man solle die Schraube „mit der korrekten Anzugszeit“ anziehen, und zeigt den Zusammenhang zwischen Anzugsmoment und Anzugszeit in Diagrammen. Dazu nennt die Anleitung weitere Einflüsse: Akkuladung, Größe und Verschleiß der Schlagnuss, die Schraube selbst, Verlängerung oder Kreuzgelenk, die Haltung des Geräts und die Drehzahl.

Die Stufen sind deshalb keine kalibrierten Werte. Makita verlangt: „Überprüfen Sie das Anzugsmoment nach dem Anziehen stets mit einem Drehmomentschlüssel.“ Für Radmuttern heißt das: lösen und andrehen mit dem Schlagschrauber, festziehen über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel auf den Wert des Fahrzeugherstellers.

Bauformen: gleiche Mechanik, andere Aufnahme

  • 1/4-Zoll-Drehschlagschrauber mit Innensechskant für Bits, etwa der Makita DTD153 mit 170 Nm – für lange Holzschrauben und Terrassen.
  • 1/2-Zoll-Schlagschrauber mit Außenvierkant für Schlagnüsse, etwa der Makita DTW300 – für Radmuttern und große Verschraubungen.
  • Größere Geräte mit 3/4-Zoll-Vierkant für schwere Verschraubungen, etwa an Lkw, siehe 3/4 Zoll und Lkw.

Dasselbe Schlagwerk gibt es auch mit Druckluftantrieb statt Akku; was dafür der Kompressor leisten muss, steht unter Akku- oder Druckluft-Schlagschrauber.

Auf den Vierkant gehören nur Schlagnüsse. Makita schreibt, stets einen passenden Schlagsteckschlüsseleinsatz zu verwenden.

Das passende Gerät für den Radwechsel

Für Pkw-Räder empfehlen wir auf der Seite Schlagschrauber für den Reifenwechsel den Makita DTW300: Makita nennt vier Anzugsstufen bis 330 Nm, 580 Nm Lösemoment und bis zu 4.000 Schläge pro Minute.

Datenblatt · Makita Unsere Empfehlung: ReifenwechselAnzeige

Makita DTW300Z

1/2-Zoll-Schlagschrauber

Kompakter 1/2-Zoll-Schlagschrauber mit vier Stufen und 580 Nm Lösemoment – für alle, die schon Makita-18-V-Akkus haben.

Lieferumfang

SoloSolo – ohne Akku und ohne Ladegerät· Akku-System: Makita 18 V LXT

Aufnahme
1/2" Außenvierkant
Anzugsmoment
330 Nm (Stufen 100 / 160 / 210 / 330)
Lösemoment
580 Nm
Stufen
4 plus Auto-Stopp
Gewicht
1,5–1,8 kg mit Akku
Motor
bürstenlos

Warum hier: Kompakter 1/2-Zoll-Schlagschrauber mit 580 Nm Lösemoment und vier Schlagkraftstufen laut Makita.

Ideal für: den Reifenwechsel am Pkw, wenn Makita-LXT-Akkus und ein Ladegerät schon vorhanden sind

  • Anzugs- und Lösemoment getrennt angegeben: 330 Nm max. Anzug, 580 Nm Lösemoment (Makita)
  • Vier Stufen (100 / 160 / 210 / 330 Nm) und Auto-Stopp beim Lösen
  • Bürstenloser Motor, laut Makita 1,5–1,8 kg mit Akku
  • Ringfeder-Aufnahme; Nüsse mit O-Ring und Stift passen laut Anleitung ebenfalls
  • Solo-Gerät: Akku und Ladegerät müssen vorhanden sein oder dazugekauft werden
  • Für festgerostete Muttern an Transportern hat Makita stärkere Modelle (DTW700)
  • Die Stufen sind keine kalibrierten Werte – Endanzug immer mit dem Drehmomentschlüssel

Alle Kategorien und Empfehlungen findest du in der Kaufberatung.

Häufige Rückfragen

Was ist ein Schlagschrauber?

Ein Akku-Schlagschrauber ist ein akkubetriebenes Elektrowerkzeug, dessen Schlagwerk Schrauben und Muttern mit schnellen Drehschlägen löst und anzieht. Mit 1/2-Zoll-Vierkant nimmt er Schlagnüsse für Radmuttern auf, mit 1/4-Zoll-Bitaufnahme ist er ein kompakter Drehschlagschrauber für lange Holzschrauben. Das vorgeschriebene Anzugsmoment einer Radmutter setzt er nicht.

Wie funktioniert ein Drehschlagschrauber?

Genauso wie ein Schlagschrauber – der Unterschied liegt in der Aufnahme. Bosch nennt alle seine Schlagschrauber Drehschlagschrauber, im Handel meint das Wort meist die kompakten Geräte mit 1/4-Zoll-Innensechskant für Bits. Auch dort schlägt ein Hammer in Drehrichtung auf den Amboss, sobald die Schraube Widerstand leistet.

Warum schlägt der Schlagschrauber erst, wenn es schwer wird?

Weil Hammer und Amboss ohne Widerstand gemeinsam drehen. In der Bosch-Patentschrift DE2313402A1 halten Feder und Reibung den Hammer am Amboss, solange dieser frei dreht. Erst wenn der Amboss von außen gebremst wird, verdreht sich der Hammer gegen ihn, wird über die Kurvenbahn in Schlagstellung geschoben und gibt den Drehschlag ab.

Warum ist ein Schlagschrauber so laut?

Weil Metall auf Metall schlägt, tausende Male pro Minute. Makita gibt für den DTW300 einen Schalldruckpegel von 100 dB(A) und einen Schallleistungspegel von 108 dB(A) an und schreibt in den Sicherheitshinweisen „Tragen Sie Gehörschützer.“ Gehörschutz gehört deshalb zu jedem Einsatz dazu.

Quellen

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Wer hier schreibt

Redaktion schlagschrauber-akku.de

Kaufberatung Akku-Schlagschrauber & Radmuttern-Wissen

Wir sind die Redaktion von schlagschrauber-akku.de. Wir lesen Datenblätter und Betriebsanleitungen der Hersteller, trennen Anzugs- und Lösemoment, prüfen den Lieferumfang und stützen Radmuttern-Themen auf Fahrzeughersteller und GTÜ. Eigene Labortests machen wir nicht, und das sagen wir offen.

  • Datenblätter & Anleitungen gelesen
  • Anzugs- und Lösemoment getrennt
  • Keine eigenen Tests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

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