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Anleitung

Radmuttern richtig anziehen: über Kreuz, in zwei Durchgängen, mit dem Drehmomentschlüssel

Radmuttern ziehst du in zwei Durchgängen an: Erst von Hand eindrehen und über Kreuz so weit anziehen, dass das Rad anliegt. Dann das Auto ablassen und alle Muttern noch einmal über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel auf den Wert aus der Betriebsanleitung bringen. So beschreiben es der ADAC und Felgenhersteller wie AUTEC.

von der Redaktion aktualisiert am 01. November 2026 5 Min. Lesezeit

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Die Antwort vorab

Muttern von Hand leichtgängig eindrehen, dann über Kreuz anlegen, bis das Rad an der Nabe anliegt – ohne Endanzug. Auto ablassen, bis das Rad Bodenkontakt hat. Danach alle Muttern erneut über Kreuz mit dem auslösenden Drehmomentschlüssel auf den Wert des Fahrzeugherstellers anziehen: vier kreuzweise, fünf oder sechs sternförmig. Nach 50 bis 100 km mit dem Drehmomentschlüssel prüfen. Gewinde nicht fetten.

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Symbolbild: ein Klick-Drehmomentschlüssel ohne Beschriftung steckt auf einer Radmutter einer Alufelge
Bild: KI-generiert (OpenAI)

Ergebnis: Das Rad sitzt zentriert auf der Nabe, alle Muttern tragen den Wert, den dein Fahrzeughersteller vorgibt. Aufwand: pro Rad wenige Minuten, für vier Räder etwa eine Viertelstunde zusätzlich zum Wechsel. Prinzip: zwei Durchgänge über Kreuz – der erste am aufgebockten Auto bis zum Anliegen, der zweite am abgelassenen Auto mit dem Drehmomentschlüssel. So beschreibt es der ADAC Hessen-Thüringen, und genauso steht es in der Montageanleitung des Felgenherstellers AUTEC.

Diese Anleitung beginnt dort, wo das Rad auf der Nabe sitzt. Wie du alte Muttern löst, steht im Ratgeber Schlagschrauber für den Reifenwechsel; die Kontrolle nach den ersten Kilometern erklärt Radmuttern nachziehen.

Was du brauchst

  • Den Anzugswert aus der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs, bei Nachrüstfelgen aus dem Gutachten (GTÜ). Wo er steht und warum Tabellen nach Gewindegröße nicht passen, erklärt Anzugsmoment für Radmuttern.
  • Einen auslösenden Drehmomentschlüssel mit 1/2-Zoll-Vierkant, dessen Messbereich deinen Wert einschließt. Die GTÜ nennt ihn die bequemste Lösung: Er gibt beim eingestellten Wert mit hörbarem Knacken nach. Welche Modelle passen, zeigt der Vergleich Drehmomentschlüssel für den Reifenwechsel.
  • Nuss in der Schlüsselweite deiner Muttern, für Alufelgen am besten mit Kunststoffschutz – mehr dazu unter Schlagschrauber auf Alufelgen.
  • Eine Drahtbürste für Gewinde und Auflageflächen, bei Felgenschlössern den passenden Adapter.

Schritt für Schritt

  1. Wert und Werkzeug bereitlegen

    Anzugsmoment aus der Betriebsanleitung oder dem Felgengutachten heraussuchen und den Drehmomentschlüssel jetzt schon darauf einstellen – dann musst du später nicht mit schmutzigen Händen an der Skala drehen.
  2. Auflageflächen und Gewinde prüfen

    Die Anlageflächen an Nabe und Felge müssen sauber und frei von Rost und Schmutz sein (AUTEC). Gewinde mit einer Bürste reinigen, aber nicht fetten (GTÜ, ADAC). Stark korrodierte oder beschädigte Schrauben und Muttern ersetzt du, statt sie wieder einzusetzen (AUTEC).
  3. Rad aufsetzen und von Hand eindrehen

    Rad auf die Nabe setzen, zwei gegenüberliegende Muttern locker von Hand ansetzen, dann die übrigen. Die GTÜ betont: senkrecht zur Gewindeachse ansetzen, sie müssen sich leichtgängig drehen lassen. Geht eine schwer, ist sie verkantet – wieder herausdrehen und neu ansetzen.
  4. Erster Durchgang über Kreuz

    Muttern über Kreuz so weit anziehen, dass das Rad gleichmäßig an der Nabe anliegt (ADAC). Mehr nicht – der Endanzug kommt später. AUTEC nimmt dafür schon den Drehmomentschlüssel mit einem niedrigen Vorzugswert, der ADAC einen Radmutterschlüssel. Ein Schlagschrauber darf hier höchstens andrehen, wenn seine Anleitung das vorsieht.
  5. Fahrzeug ablassen

    Den Wagenheber ablassen, bis das Rad Bodenkontakt hat. So dreht es beim Anziehen nicht mit. Die GTÜ beschreibt dieselbe Reihenfolge: erst wenn das Rad richtig auf der Nabe sitzt, ablassen, dann endgültig festziehen.
  6. Zweiter Durchgang mit dem Drehmomentschlüssel

    Alle Muttern erneut über Kreuz anziehen, bis der Schlüssel auslöst: bei vier Muttern kreuzweise, etwa 1-3-2-4, bei fünf oder sechs sternförmig (GTÜ). Gleichmäßig ziehen, nach dem Klick sofort aufhören.
  7. Nachkontrolle einplanen

    Nach 50 bis 100 km alle Muttern mit dem Drehmomentschlüssel über Kreuz prüfen (GTÜ, AUTEC). Kilometerstand notieren, dann vergisst du es nicht.

Warum zwei Durchgänge?

Im ersten Durchgang zentrierst du das Rad. Halbkugel- oder kegelförmige Schraubenschäfte helfen dabei, das Rad auf der Nabe zu zentrieren, beschreibt die GTÜ. Würdest du die erste Mutter gleich voll anziehen, würde die Felge einseitig auf die Nabe gezogen. Im zweiten Durchgang bringst du alle Muttern gleichmäßig auf den Sollwert. Dafür muss das Rad auf dem Boden stehen: In der Luft dreht es sich mit, und du kannst den Schlüssel nicht sauber bis zum Auslösen ziehen.

Felgenhersteller nehmen diese Reihenfolge ernst. AUTEC nennt die Schritte seiner Montageanleitung „zwingend einzuhalten“ und schreibt, dass die Nichteinhaltung die Sicherheit beeinträchtigen kann und zum Garantieverlust führt. Außerdem müssen Schrauben oder Muttern exakt zum Rad passen – eine falsche Kombination aus Typ, Form oder Länge kann laut AUTEC dazu führen, dass sich das Rad löst. Bei Nachrüstfelgen gilt deshalb das Zubehör aus dem Gutachten.

Und der Schlagschrauber?

Er nimmt dir das Lösen ab und darf die Muttern andrehen – den zweiten Durchgang übernimmt er nie. Makita schreibt in der Betriebsanleitung des DTW300, das Anzugsmoment nach dem Anziehen stets mit einem Drehmomentschlüssel zu prüfen, und nennt als Einflüsse Akkuladung, Nuss, Schraube, Verlängerung, Haltung und Drehzahl. Stiftung Warentest warnt in einem Beitrag zum Reifenwechsel: Ein Schlagschrauber, der sich nicht auf den korrekten Wert einstellen lässt, kann die Schrauben überdehnen. Die ausführliche Antwort steht in Darf man Radmuttern mit dem Schlagschrauber anziehen?

Typische Fehler

  • Im Kreis statt über Kreuz. Die Felge wird ungleichmäßig angepresst.
  • Endanzug am aufgebockten Auto. Das Rad dreht mit, der Schlüssel löst nicht sauber aus.
  • „Lieber etwas fester“. Es gilt der Wert des Fahrzeugherstellers, kein Aufschlag.
  • Gewinde gefettet. Nur mit ausdrücklicher Freigabe des Herstellers (GTÜ).
  • Falsche Schrauben. Nachrüstfelgen brauchen oft eigene Befestigungsmittel; AUTEC erlaubt die Originalschrauben nur, wenn das Gutachten sie ausdrücklich genehmigt. Maßgeblich sind Betriebsanleitung oder Felgengutachten.
  • Nachkontrolle vergessen. Auch korrekt angezogene Verbindungen prüfst du nach 50 bis 100 km.

Das passende Werkzeug

Für den zweiten Durchgang empfehlen wir den KS Tools 516.6042: auslösend, 40 bis 200 Nm, laut KS Tools ±3 % Auslösegenauigkeit, Rechts- und Linksanzug. Wer nur gelegentlich Räder wechselt und eine untere Preisklasse sucht, findet mit dem Hairich 40–210 Nm* einen Schlüssel, dessen Daten allerdings nur vom Anbieter stammen.

Datenblatt · KS Tools Unsere Empfehlung: DrehmomentschlüsselAnzeige

KS Tools 516.6042

Drehmomentschlüssel

Auslösender 1/2-Zoll-Drehmomentschlüssel für 40–200 Nm mit ±3 % Auslösegenauigkeit – für Rechts- und Linksanzug.

Lieferumfang

ZubehörDrehmomentschlüssel (ohne Nüsse laut Hersteller-Seite)

Antrieb
1/2" Vierkant, Umsteck-Ratschenkopf
Messbereich
40–200 Nm
Genauigkeit
±3 % (Hersteller)
Anzugsrichtung
rechts und links

Warum hier: Auslösender Schlüssel mit belegtem Messbereich und belegter Genauigkeit – genau das Werkzeug für den zweiten Durchgang.

Ideal für: den Endanzug der Radmuttern auf den Wert des Fahrzeugherstellers

  • Messbereich 40–200 Nm, Auslösegenauigkeit ±3 % (KS Tools)
  • Rechts- und Linksanzug durch Umstecken des Vierkants
  • Kalibrier-Konformitätserklärung nach DIN EN ISO 6789, Seriennummer
  • Werte über 200 Nm (manche Transporter) deckt er nicht ab
  • Konformitätserklärung ist kein individueller Kalibrierschein

Weitere Ratgeber rund um Räder und Schlagschrauber findest du auf der Startseite.

Häufige Rückfragen

In welcher Reihenfolge zieht man Radschrauben an?

Über Kreuz. Die GTÜ beschreibt es so: Bei vier Radschrauben kreuzweise, etwa in der Folge 1-3-2-4, bei fünf oder sechs sternförmig. So wird die Felge gleichmäßig auf die Nabe gepresst. Reihum im Kreis anzuziehen ist der typische Fehler, weil die Felge dann einseitig angezogen wird.

Zieht man Radmuttern an, wenn das Auto noch aufgebockt ist?

Nur den ersten Durchgang. Der ADAC Hessen-Thüringen rät, die Schrauben nach dem Aufsetzen von Hand einzudrehen und über Kreuz so weit anzuziehen, dass das Rad anliegt, dann den Wagen abzulassen und die Muttern erneut über Kreuz fest anzuziehen. Auch der Felgenhersteller AUTEC lässt das Fahrzeug vor dem Endanzug auf den Boden.

Wie fest zieht man Radmuttern an?

Mit genau dem Wert, den der Fahrzeughersteller vorgibt. Er steht in der Betriebsanleitung, bei Nachrüstfelgen im Felgengutachten (GTÜ). Eine allgemeine Zahl für alle Autos nennen wir nicht, weil die Gewindegröße den Wert nicht bestimmt. Eingestellt wird er am Drehmomentschlüssel, nicht nach Gefühl.

Darf ich Radmuttern mit dem Schlagschrauber festziehen?

Nein, nur andrehen, wenn die Anleitung deines Geräts das vorsieht. Makita schreibt in der Anleitung des DTW300, das Anzugsmoment nach dem Anziehen stets mit einem Drehmomentschlüssel zu prüfen, weil Akkuladung, Nuss, Haltung und Drehzahl das Moment verändern. Den zweiten Durchgang macht deshalb immer der Drehmomentschlüssel.

Soll man die Gewinde der Radschrauben fetten?

Nein, außer der Hersteller gibt ein Schmiermittel ausdrücklich frei. Das schreiben die GTÜ und der ADAC; der Felgenhersteller AUTEC schreibt in seiner Montageanleitung „Keine Schmiermittel verwenden!“. Verschmutzte Gewinde reinigst du stattdessen mit einer Bürste.

Quellen

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Wer hier schreibt

Redaktion schlagschrauber-akku.de

Kaufberatung Akku-Schlagschrauber & Radmuttern-Wissen

Wir sind die Redaktion von schlagschrauber-akku.de. Wir lesen Datenblätter und Betriebsanleitungen der Hersteller, trennen Anzugs- und Lösemoment, prüfen den Lieferumfang und stützen Radmuttern-Themen auf Fahrzeughersteller und GTÜ. Eigene Labortests machen wir nicht, und das sagen wir offen.

  • Datenblätter & Anleitungen gelesen
  • Anzugs- und Lösemoment getrennt
  • Keine eigenen Tests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

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