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Schlagschrauber-Akku

Anleitung

Radmuttern nachziehen: wann, mit welchem Werkzeug und warum nie mit dem Schlagschrauber

Nach dem Reifenwechsel prüfst du die Radmuttern nach 50 bis 100 km noch einmal: mit dem Drehmomentschlüssel, über Kreuz und mit genau dem Wert aus der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs. Das dauert rund zehn Minuten. Der Schlagschrauber bleibt dabei im Koffer.

von der Redaktion aktualisiert am 01. November 2026 4 Min. Lesezeit

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Die Antwort vorab

Die GTÜ empfiehlt, alle Radmuttern 50 bis 100 km nach dem Räderwechsel mit dem Drehmomentschlüssel kreuzweise nachzuprüfen. Dazu stellst du den Schlüssel auf den Wert deines Fahrzeugherstellers ein – keinen höheren – und ziehst in Anzugsrichtung, bis er auslöst. Eine rechtliche Pflicht für Werkstattkunden gibt es laut ADAC nicht, die Kontrolle ist trotzdem sinnvoll.

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Ergebnis: Alle Radmuttern sitzen nachweislich mit dem Wert, den dein Fahrzeughersteller vorgibt. Aufwand: etwa zehn bis fünfzehn Minuten für vier Räder. Wann: 50 bis 100 km nach dem Reifenwechsel – so empfiehlt es die GTÜ, an anderer Stelle nennt sie „knapp 100 Kilometer“. Das Auto steht dabei auf seinen Rädern, aufbocken musst du nicht.

Was du brauchst

  • Einen auslösenden Drehmomentschlüssel mit 1/2-Zoll-Vierkant, dessen Messbereich deinen Fahrzeugwert einschließt. Die GTÜ empfiehlt einen Schlüssel, der beim eingestellten Wert hörbar knackt. Welche Modelle sich eignen, zeigt der Vergleich Drehmomentschlüssel für den Reifenwechsel.
  • Eine Nuss in der Schlüsselweite deiner Radmuttern.
  • Den Anzugswert aus der Betriebsanleitung, bei Nachrüstfelgen aus dem Felgengutachten. Wo genau er steht, erklärt Anzugsmoment für Radmuttern.
  • Bei Felgenschlössern den passenden Adapter.

Was du nicht brauchst: den Schlagschrauber. Nachziehen heißt prüfen, ob der Herstellerwert noch erreicht wird. Ein Schlagschrauber kann das nicht messen – seine Stufen sind keine kalibrierten Werte.

Schritt für Schritt

  1. Wert nachschlagen

    Das Anzugsmoment aus der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs heraussuchen, bei Nachrüstfelgen aus dem Gutachten. Keinen Wert aus einer Tabelle nach Gewindegröße nehmen.
  2. Drehmomentschlüssel einstellen

    Den Schlüssel auf genau diesen Wert einstellen – nicht höher, „zur Sicherheit“ gibt es hier nicht. Auf Anzugsrichtung umschalten und die Nuss aufstecken.
  3. Über Kreuz prüfen

    Schlüssel gerade auf die Mutter setzen und gleichmäßig in Anzugsrichtung ziehen, bis er auslöst. Danach die gegenüberliegende Mutter: bei vier Muttern kreuzweise, etwa 1-3-2-4, bei fünf oder sechs sternförmig (GTÜ).
  4. Auffälligkeiten beachten

    Löst der Schlüssel aus, ohne dass sich die Mutter bewegt, sitzt sie mit dem Wert. Dreht sie sich vorher deutlich weiter, ziehst du sie bis zum Auslösen an – und lässt Rad und Verschraubung von einer Werkstatt ansehen.
  5. Alle Räder durchgehen

    Den Vorgang an allen gewechselten Rädern wiederholen. Den Schlüssel danach so aufbewahren, wie es die Anleitung seines Herstellers vorsieht.
Symbolbild (KI-generiert): ein Klick-Drehmomentschlüssel ohne Beschriftung steckt auf einer Radmutter einer Alufelge
Nachziehen heißt: mit dem Drehmomentschlüssel prüfen, über Kreuz · Bild: KI-generiert (OpenAI)

Warum nie mit dem Schlagschrauber

Das Nachziehen ist der Schritt, bei dem der Schlagschrauber am meisten verführt: Muttern sitzen schon, ein kurzer Druck auf den Schalter, fertig. Genau das prüft aber nichts. Makita schreibt in der Betriebsanleitung des DTW300: „Überprüfen Sie das Anzugsmoment nach dem Anziehen stets mit einem Drehmomentschlüssel.“ Als Einflüsse auf das tatsächliche Moment des Schlagschraubers nennt die Anleitung den Ladezustand des Akkus, Größe und Verschleiß der Schlagnuss, die Schraube, Verlängerung oder Kreuzgelenk, die Haltung des Geräts und die Drehzahl. Weil sein Moment nicht kontrolliert ist, kann er eine Mutter auch über den Herstellerwert hinaus anziehen – und Makita weist allgemein darauf hin, dass ein zu hohes Anzugsmoment Schraube oder Mutter beschädigen kann. Was der Schlagschrauber beim Radwechsel darf und was nicht, erklärt die Frage Darf man Radmuttern mit dem Schlagschrauber anziehen?

Müssen Radmuttern überhaupt nachgezogen werden?

Die GTÜ berichtet, dass Werkstattkunden laut ADAC rechtlich nicht zum Nachprüfen verpflichtet sind; sie verweist auf ein Urteil des OLG München vom Mai 2021 (Az. 7 U 2338/20), nach dem korrekt angezogene Verschraubungen theoretisch nicht nachjustiert werden müssen und die Werkstatt für eine sichere Verbindung haftet. Empfohlen wird die Kontrolle trotzdem – erst recht, wenn du die Räder selbst gewechselt hast. Dann bist du derjenige, der für den richtigen Wert sorgt.

Typische Fehler beim Nachziehen

  • Höheren Wert einstellen. Nachziehen heißt nicht „fester ziehen“. Es gilt der Wert des Fahrzeugherstellers.
  • Nach dem Klick weiterziehen. Beim Auslösen ist Schluss; wer weiterzieht, überschreitet den eingestellten Wert.
  • Reihum statt über Kreuz. Die kreuzweise Reihenfolge presst die Felge gleichmäßig auf die Nabe (GTÜ).
  • Gewinde fetten, weil eine Mutter schwergängig war. Laut GTÜ nur mit ausdrücklicher Freigabe des Herstellers; stattdessen Gewinde und Kontaktflächen beim nächsten Wechsel mit einer Bürste reinigen.
  • Das Nachziehen vergessen. Notier dir den Kilometerstand beim Reifenwechsel, dann fällt dir die Kontrolle bei 50 bis 100 km leichter.

Das passende Werkzeug

Für das Nachziehen und den Endanzug empfehlen wir den KS Tools 516.6042: auslösend, 40 bis 200 Nm, laut KS Tools ±3 % Auslösegenauigkeit und Rechts- wie Linksanzug. Der Wera Click-Torque C 3 hat denselben Messbereich und dieselbe Genauigkeit, zieht aber nur rechts an – fürs Nachziehen reicht das.

Datenblatt · KS Tools Unsere Empfehlung: DrehmomentschlüsselAnzeige

KS Tools 516.6042

Drehmomentschlüssel

Auslösender 1/2-Zoll-Drehmomentschlüssel für 40–200 Nm mit ±3 % Auslösegenauigkeit – für Rechts- und Linksanzug.

Lieferumfang

ZubehörDrehmomentschlüssel (ohne Nüsse laut Hersteller-Seite)

Antrieb
1/2" Vierkant, Umsteck-Ratschenkopf
Messbereich
40–200 Nm
Genauigkeit
±3 % (Hersteller)
Anzugsrichtung
rechts und links

Warum hier: Belegter Messbereich und belegte Auslösegenauigkeit – damit prüfst du beim Nachziehen tatsächlich den Wert des Herstellers.

Ideal für: den Endanzug der Radmuttern auf den Wert des Fahrzeugherstellers

  • Messbereich 40–200 Nm, Auslösegenauigkeit ±3 % (KS Tools)
  • Rechts- und Linksanzug durch Umstecken des Vierkants
  • Kalibrier-Konformitätserklärung nach DIN EN ISO 6789, Seriennummer
  • Werte über 200 Nm (manche Transporter) deckt er nicht ab
  • Konformitätserklärung ist kein individueller Kalibrierschein

Den Schlagschrauber zum Lösen findest du auf der Seite Schlagschrauber für den Reifenwechsel, weitere Ratgeber auf der Startseite.

Häufige Rückfragen

Nach wie viel km muss man Radmuttern nachziehen?

Die GTÜ empfiehlt eine Kontrolle 50 bis 100 km nach dem Räderwechsel, an anderer Stelle „knapp 100 Kilometer“ danach. Geprüft wird kreuzweise mit dem Drehmomentschlüssel. Sagt deine Betriebsanleitung oder der Reifenbetrieb etwas anderes, gilt diese Angabe.

Mit wie viel Nm zieht man Radmuttern nach?

Mit demselben Wert, mit dem sie angezogen werden – also dem Anzugsmoment aus der Betriebsanleitung oder dem Felgengutachten. Einen höheren Wert zum Nachziehen gibt es nicht. Eine allgemeine Zahl für alle Autos nennen wir bewusst nicht, weil der Fahrzeughersteller den Wert festlegt.

Müssen Radmuttern überhaupt nachgezogen werden?

Rechtlich verpflichtet sind Werkstattkunden laut ADAC nicht, wie die GTÜ berichtet; nach einem Urteil des OLG München von 2021 müssen korrekt angezogene Verschraubungen theoretisch nicht nachjustiert werden. Die GTÜ empfiehlt die Kontrolle trotzdem. Sie kostet ein paar Minuten und zeigt dir, ob alle Muttern den Herstellerwert halten.

In welche Richtung zieht man Radmuttern nach?

In Anzugsrichtung, also in die Richtung, in der die Mutter festgezogen wird – bei Rechtsgewinde im Uhrzeigersinn. Stell den Drehmomentschlüssel auf diese Richtung um, bevor du ansetzt. Ein Schlüssel nur für Rechtsanzug, wie der Wera Click-Torque C 3, reicht dafür aus.

Darf ich Radmuttern mit dem Schlagschrauber nachziehen?

Nein. Nachziehen heißt prüfen, ob der Herstellerwert noch erreicht wird – das kann nur der Drehmomentschlüssel. Makita schreibt in der Anleitung des DTW300, das Anzugsmoment nach dem Anziehen stets mit einem Drehmomentschlüssel zu prüfen, weil Akkuladung, Nuss, Haltung und Drehzahl das Moment eines Schlagschraubers verändern.

Quellen

Als Nächstes lesen

Wer hier schreibt

Redaktion schlagschrauber-akku.de

Kaufberatung Akku-Schlagschrauber & Radmuttern-Wissen

Wir sind die Redaktion von schlagschrauber-akku.de. Wir lesen Datenblätter und Betriebsanleitungen der Hersteller, trennen Anzugs- und Lösemoment, prüfen den Lieferumfang und stützen Radmuttern-Themen auf Fahrzeughersteller und GTÜ. Eigene Labortests machen wir nicht, und das sagen wir offen.

  • Datenblätter & Anleitungen gelesen
  • Anzugs- und Lösemoment getrennt
  • Keine eigenen Tests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

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